Zur Selbsterkenntnis über die Gegenstände, die man hat, gelangen

Nachdem die Leute begonnen haben, das Shopping als ihr Hobby zu bezeichnen, führte es zur Entstehung von immer zahlreicheren gegen den Konsumismus gerichteten Bewegungen. Eine davon äußert sich durch eine minimalistische Lebensweise. Manche Leute haben das extrem radikal wahrgenommen und beschlossen, z. B. höchstens mit 100 Gegenständen durchzukommen, die Anderen wiederum einen halben Monat keinen Cent auszugeben u. ä. Das klingt ja tatsächlich extrem.

Immerhin kann eine minimalistische Lebensgestaltung, insbesondere während der Quarantäne und COVID-19, sogar sehr nutzbringend sein. Die Bloggerin Kotryna Baranauskaitė alias Kotryna Bass, eine der Mitschöpfer vom Projekt „Nebegėda“ („ohne Scheu“), ermuntert zu einer logischen, jedenfalls nicht dermaßen, wie die oben genannten Beispiele, drastischen Einordnung ihrer Einkäufe. Lediglich das Nötigste zu Hause zu belassen hat sie das Leben selbst angeregt: die zig erlebten Umzüge, eine Reihe von unterschiedlichen Städten und die Lust zum Reisen.

Zur Selbsterkenntnis gelangen

Vor allem ist es wichtig, so Kotryna, zur Selbsterkenntnis zu gelangen und „das zu entdecken, was man wirklich mag, und nicht lediglich deswegen kauft, weil man es irgendwo, z. B. auf Instagram gesehen hat.“

Bloß keine Gegenstände anhäufen

Eine wesentliche Voraussetzung um weniger zu konsumieren, ist die Fähigkeit auf die Bindung zu verzichten, da es im ersten Schritt gilt, sich davon zu befreien, was drückt, den Platz wegnimmt, nicht mehr gebraucht wird oder bereits länger als ein Jahr seinen Platz nicht findet und generell in keinerlei Art und Weise zu deiner Lebensqualität beiträgt.

Den Trost in den Einkäufen nicht suchen

„Das wichtigste Ultimatum, welches zu einer nachhaltigeren Lebensweise beiträgt – auf das Einkaufen, weil man gerade müde ist, sich besser fühlen möchte oder einfach um sein eigenes Ego zu streicheln, zu verzichten“, sagt K. Bass. Sehr häufig werden unsere Einkäufe zu einer Art Trost, insofern man keine Zeit für einen Urlaub hat, von den Freunden enttäuscht ist oder keinen Erfolg am Arbeitsplatz hat. Das ist lästig, denn solche Einkäufe erscheinen bald als völlig unnötig und es kann noch mehr um das hierfür ausgegebene schöne Geld schade werden, was zu einem noch schlimmeren Unwohlsein beiträgt.

Auf etwas Bestimmtes sparen

Gespräche und diverse Forschungen zu diesem Thema zeigen, dass wenn man minimalistischer lebt, wird zu einer ersten Wahl öfters das, was langlebig und einzigartig ist. Daher ist die Behauptung, dass eine minimalistische Lebensweise zum Einsparen führt, nicht ganz korrekt. Sie werden jedoch bald merken können, dass Sie in Ihrem Zuhause Schritt für Schritt von einer ausgelesenen Qualität umgeben sind: „Es ist mir um das schöne Geld für die guten Haustextilien, Spitzenqualitäts-Düfte und einen guten Wein gar nicht schade“, nennt ihre Prioritäten K. Bass.

Mehr Aufmerksamkeit der Qualität schenken

Die Haustextilien würde Kotryna gerne den Gegenständen zuordnen, für welche sie das Geld nicht spart: „Ein guter Schlaf für einen beschäftigten, sich entwickelnden Menschen ist äußerst wichtig, deshalb ist eine saubere, qualitätsgerechte Bettwäsche ein Muss“. Sie und ihre Familie stehen ausschließlich auf die Leinenbettwäsche: „Das Leinen ist ein wunderbarer Stoff. Es lässt den Körper atmen, bei der Hitze kühl und bei der Kälte warm bleiben. Nach einer anderen Bettwäsche schauen wir gar nicht mehr.“

Dem Modeschrei nicht nachgeben

Insbesondere die Frauen geraten oft ins Stolpern, wenn man die Nachhaltigkeit mit dem letzten Modeschrei und den Umwandlungen abstimmen muss. Daher sollte man sich zwecks einer gesunden Ausgeglichenheit an bestimmte Regeln halten. Einige kaufen kein Zeug der schnellen Mode mehr, die Anderen stehen nur auf Secondhand-Schmuck, die Dritten haben die Regel der „drei Kleidungsstücke im Monat“. Kotryna überlegt jedes Mal beim Kaufen, wozu es angepasst wird: „Es gilt seinen eigenen Stil sowie das zu dir Passende zu entdecken, sowie die Ordnung im eigenen Schrank zu pflegen und jederzeit zu wissen, welche Kleidungsstücke drin hängen“, gibt K. Bass ihren Ratschlag preis.

Philosophische Ebene

Sobald man jeden seinen Einkauf einzuschätzen gelernt hat, geht man zu einer weiteren Wahl und deren Analyse über: „Dazu zählen die Klärung der eigenen Bedürfnisse, der Verzicht auf unnötige Emotionen, Menschen bzw. Taten. Die Wahrnehmung auf jedem Schritt und Tritt, dass Weniger in der Wirklichkeit Mehr bedeutet, hilft beim Genießen der Lebensfreude wesentlich mehr“, hebt Kotryna Bass noch einige maßgebende Bestandteile einer minimalistischen Lebensweise hervor. 
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